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Entspannt auch bergauf Radfahren

Entspannt auch bergauf Radfahren

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  • Leben Sie in gebirgiger Gegend und wollen Radfahren, doch es fehlt Ihnen die Kraft dazu und müssen deshalb steile Gefälle zu Fuß überwinden?
  • Haben Sie Lust eine Reise mit dem Fahrrad zu unternehmen, doch Sie können sich nicht vorstellen, die ganzen Tage auf einem engen Sitz am klassischen Fahrrad zu sitzen?
  • Haben Sie Gesundheitsprobleme (Probleme mit dem Gleichgewicht, mit Knien, Hüften, Tetraparese, Hemipeglie, multiple Sklerose, …), die Sie daran hindern auf dem Fahrrad aktiver zu sein?

Auf alle oberen Fragen gibt es eine Antwort. Und zwar in Form eines Liegedreirads (LiegeTrikes). Die LiegeTrikes bieten zahlreiche Vorteile im Vergleich zu den klassischen Fahrrädern: Komfort, Aussicht, Stabilität, Sicherheit.

Unter den bedeutendsten ist laut meiner persönlichen Überzeugung die Aussicht, die aber üblicherweise dann am schönsten ist, wenn wir auf einen größeren Hügel bergauf fahren. Dann spielt eine wichtige Rolle die Stabilität der LiegeTrikes, denn das Vorhandensein eines dritten Rads ermöglicht uns langsames bergauf ohne das Bedürfnis zu balancieren und mit einem entsprechenden Gangschaltungsverhältnis auch ein entspanntes Radfahren ohne unnötige Anstrengungen sowie übermäßige Belastung des Knies. Und das alles ohne Elektrik, obwohl alle LiegeTrikes mit einem Elektromotor ausgestattet werden können. Jedoch bin ich überzeugt, dass das nicht immer die beste Entscheidung ist. Sehen wir uns die Alternative an.

Was bedeutet der entsprechende Gangschaltungsbereich? Hängt vor allem von drei Faktoren ab: physischer Kondition des Radfahrers, Steilhängen, wo wir Radfahren wollen, sowie von der Gepäckmenge, die wir mitschleppen.

Weil ich persönlich die Reisen mit dem LiegeTrike genieße und mich lieber in gebirgigen Gegenden aufhalte, ist für mich die Auswahl einer geeigneten Spannbreite bei der Gangschaltung sehr wichtig. Vor Jahren war ich viel mehr sportlich aktiver Radfahrer (Brevets mit Fuego) und folglich stärker bei Aufstiegen, in letzter Zeit dagegen stehen für im Vordergrund vor allem Reisen mit dem LiegeTrike. Also, brauche ich schon wegen etwas mehr Gepäck vor allem niedrige Gangschaltungen. Und ich habe es nicht mehr so eilig, wie früher;)

Die andere Ursache für zusätzlich niedrigere Gangschaltungen können auch Gesundheitsprobleme oder nachgelassene Kräfte in reiferen Jahren und damit Probleme bei Überwindung größerer Steilhänge sein.

Grundlegend ausgestatteter LiegeTrike sieht ungefähr so aus:

  • 20″ Hinterrad (47-406),
  • Kassette 11-34 sowie
  • Vordere Kettenblätter 30-42-52

In dieser Konfiguration bewegt sich der Laufrad mit einer PedalDrehung in der niedrigsten Gangschaltung für 1,37m.

Zuerst sollen wir etwas klären: die Anzahl der Gangschaltungen ist nicht wichtig, sondern ihre Spannbreite. Also, der Unterschied zwischen der niedrigsten und höchsten Gangschaltung, wobei wir in der niedrigsten Gangschaltung mit einer Pedaldrehung möglichst kürzeste Strecke überwinden, in der höchsten dagegen möglichst große. Mit möglichst kürzesten zurückgelegten Strecke auf eine Pedaldrehung der Triebkurbel werden wir nämlich die Anzahl der Pedaldrehungen (rpm) erhöhen und gleichzeitig die Kraft reduzieren, mit der wir auf die Pedalen treten müssen. Mit mehreren Drehungen der Pedale werden wir also die gleiche Strecke überwinden, was nicht unbedingt bedeutet, dass wir deswegen langsamer sein werden. Auf jeden Fall werden die Knien und Füße entlastet.

Wann können uns die niedrigen Gangschaltungen zugutekommen? Auf jeden Fall auf Reisen mit mehr Gepäck, wenn wir in den Bergen genießen und wir uns entspannte Aufstiege wünschen. Die andere Ursache kann der Kraftmangel wegen der Gesundheitsbeschwerden oder das Alter sein. In diesem Fall können Sie sich mit einem Elektromotor oder mit Erweiterung des Gangschaltungsbereichs helfen. Der Letztere ist viel günstigere Variante und ermöglicht Ihnen auf jeden Fall mehr Freiheit. Mit einem Elektromotor werden Sie stets vom Stromnetz abhängig sein. Es ist demjenigen zu empfehlen, der den Wunsch pflegt, die Strecken (einschließlich Gefällstrecken) schneller zu überwinden und er die Gelegenheit haben wird täglich den Akku zu fühlen. Z.B. für die Fahrt zur Arbeit oder für Besorgungen und für das Radfahren in der Gruppe mit stärkeren Radfahrern. Wenn Sie aber keine Eile haben und wollen einfach auf dem Fahrrad nur genießen, wird die Verbreitung der Gangschaltung genau das Richtige sein.

Die einfachste Vergrößerung der Spannbreite bei den Gangschaltungen ist der Austausch des kleinen vorderen Kettenblatts, das für 26 oder 24 Zähne (bzw. auf MTB-Triebkurbel mit 22 Zähnen) ausgetauscht werden kann. Wenn wir auf der Kassette 34 Zähne beibehalten und das vordere Kettenblatt auf 26 reduzieren, werden wir uns mit einer Drehung des Laufrades für 1,19m bewegen. Bei einem Kettenblatt mit 24 Zähnen dagegen für 1,09m. Das genügt auch schon für steilere (18-20%) und längere Gefällstrecken (11-16%), wenn Sie nicht so viel Gepäck haben. Selbst habe ich in dieser Konfiguration Col d’Agnel mit einem Zusatzgepäck von 25kg mit dem Fahrrad zurückgelegt.

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Im Weiteren lässt sich die Gangschaltung mit der DualDrive-Kombination oder mit Benutzung des Schlumpf MountainDrive Getriebes, das sich in der Treibachse befindet, verringern. Letzteres habe ich auf den letzten drei Reisen mit dem Liegetrike ICE Sprint FS benutzt. Es handelt sich um ein außerordentlich zuverlässiges System mit einem planetarischen Zahnradsystem in der Triebkurbel mit einem Gangverhältnis 1:2,5. Das kleinste Kettenblatt auf MD ist mit 34 Zähnen, der mit dem internen planetarischen System imaginär auf 13,6 Zähne verringert wird. Das Funktionsprinzip: mit der eingeschalteten Reduktion müssen wir die Pedalen 2,5x drehen, dass sich das vordere Kettenblatt lediglich um 1 x dreht, womit wir scheinbar ein kleineres vorderes Kettenblatt 13,6 Zähne bekommen, was 0,62m auf eine Drehung der Triebkurbel beträgt. Das bedeutet, dass wir mit gemütlichem in die Pedale treten genau so langsam oder sogar noch langsamer sind als zu Fuß. Aber manchmal ist es halt einfach viel bequemer den Berg sitzend zu erklimmen.

MountainDrive Getriebe hat zwei Nachteile: einen hohen Preis und eine hohe Schaltung zwischen den Gangschaltungen. Die gute Seite ist außerordentliche Strapazierfähigkeit, weil fast nichts falsch gehen kann, sowie einfache Schaltung mit dem Knopf in der Triebachse. Bedauerlicherweise ist diese Kombination für den Fahrradrahmen und die Kette ziemlich belastend, jedoch kann ich aus erster Hand bestätigen, dass sie sich auf der Tour ausgezeichnet bewährt. Vor allem sind mir diese niedrigen Gangschaltungen im gebirgigen Teil des Griechenlands von Nutzen gewesen.

Auf dem allerneusten Fahrrad-Demo Azub TriCon habe ich mich entschieden, die DualDrive Kombination auszuprobieren. Der Vorteil dieser Kombination ist, dass der Fahrradarahmen und die Kette weniger belastet sind und es kleinere Abstände zwischen den Gangschaltungen gibt. Der Nachteil dabei ist, dass wir mit sich etwas mehr Gewicht tragen (ca. halbes Kilo) und dass wir in der empfohlenen Kombination nicht so tief mit den Gangschaltungen kommen als bei MD. Falls wir für das kleinste Kettenblatt 26 Zähne verwenden, werden wir uns mit einer Drehung der Triebkurbel für 0,82m bewegen. Also, doch etwas mehr als bei MD. Das niedrigste, was ich gefunden habe, dass erfolgreich auf LiegeTrikes verwendet wird ist der 24 Zähne Kettenrad vorne in einer Kombination mit DD. Diese Kombination bewegt uns mit einer Drehung der Triebkurbel für 0,73m. Falls wir uns trauen würden noch tiefer, nämlich auf 22 Zähne zu senken, was ich persönlich testen werde, kommen wir auf ungefähr 0,64m für eine Drehung der Triebkurbel.

In der Gebrauchsanleitung für DualDrive gibt es nämlich keine bestimmte Untergrenze für die Größe des Kettenrads wie z.B. bei Rohloff, man kann aber im Internet finden, dass einzelne Leute Probleme bei der Benutzung von Kettenrädern unter 26 Zähne gehabt haben. Es stimmt aber auch, dass wir jetzt schon die dritte Generation der DualDrive Wechselgetriebe haben und sind diese voraussichtlich strapazierfähiger als sie einst gewesen sind. Momentan gebe ich schwer eine konkrete Antwort darauf, was die bessere Lösung ist. Falls sich DD3 in der Kombination mit einem 22-Zähne-Kettenrad beweisen wird, würde ich sagen, dass es sich um bessere Kombination handelt als MountainDrive, vor allem auf Kosten mehr gleichmäßiger Sprünge zwischen den Gangschaltungen und wegen niedrigerer Preise. Mich interessiert es aber auch, wie sich das Wechselgetriebe Pinion bewähren wird…

Der erweiterte Gangschaltungsbereich kann Ihnen selbstständiges Radfahren ohne das Bedürfnis nach dem elektrischen Antrieb ermöglichen. So werden Sie nicht vom Stromnetz abhängig sein, sowie viel Geld und an zusätzlichem Gewicht sparen können. In beiden Fällen wird Ihnen keine Gefällstrecke mehr zu steil sein und Sie werden nicht mehr bergauf zu Fuß gehen müssen. Die Auswahl hängt natürlich von Ihren Wünschen, finanzieller Lage sowie physischer Bereitschaft ab. Es besteht die Tatsache, dass es zahlreiche Lösungen gibt und wir gemeinsam für Sie die geeignetste Lösung finden können.

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